Wie schreitet der Ausbau des LTE-Datennetzes in Deutschland voran?

Schnell – schneller – am schnellsten: Ohne DSL läuft heute fast nichts mehr in Sachen Internet. DSL steht für „Digital Subscriber Line“ und bedeutet zu Deutsch „Digitaler Teilnehmeranschluss“. DSL stellt eine große Verbesserung sowohl gegenüber Verbindungen via Telefonmodem als auch ISDN dar, ermöglicht diese technische Variante doch eine wesentliche Erhöhung der Übertragungsraten: Sind über Telefonmodem lediglich bis zu 56 kbit/s und mittels ISDN mit zwei gebündelten Kanälen je 64 kbit/s möglich, so schafft DSL bis zu 1.000 Mbit/s. 

DSL – gestern und heute

Wie weit ist Deutschland mit dem Ausbau von LTE? (Bildquelle: Bigstock-ID: 71577031 by kenny001)

Wie weit ist Deutschland mit dem Ausbau von LTE? (Bildquelle: Bigstock-ID: 71577031 by kenny001)

Die 1980er Jahre markieren den Beginn technologischer Entwicklungen, welche als Vorläufer der heutigen DSL-Technik betrachtet werden können. Am Anfang profitierten von der teuren Internet-Technologie HDSL (High-bit-rate Digital Subsriber Line) vornehmlich professionelle Nutzer. Um den Radius des Userkreises erweitern zu können, bedurfte es verschiedener Maßnahmen wie Kostenreduzierung und Standardisierung. Die Nutzung schon vorhandener Telefon-Kupferleitungen, verbunden mit der Möglichkeit, über größere Reichweiten hohe Datenraten zu transferieren, sollte die Durchsetzung des Systems fördern, genauere Informationen zu den verschiedenen Arten der Leitungen gibt es hier. So entstanden in der Folge SDSL (Symmetric Digital Subscriber Line) und ADSL (Asymmetric Digital Subscriber Line). In der 1990er Jahren schritt die Internetnutzung mit großen Schritten voran – im professionellen wie auch im privaten Bereich. Die Netzbetreiber entschieden sich für die s. Zt. innovative ADSL-Technik – so gelang es die steigende Nachfrage in Sachen Internetzugänge besser zu bewältigen. Richtig etabliert hat sich DSL erst nach der Jahrtausendwende: In den ersten Jahren des neuen Jahrtausends entwickelte sich DSL zu einem Standard sowohl für die berufliche als auch private Nutzung. Eine Optimierung der Technologie mündete in immer höherer Bandbreiten. Dies gelang sogar ohne Umbau der Infrastrukturen – ab 2005 mit ADSL2+ und ein Jahr später via VDSL (Very High Speed Digital Subscriber Line). Wenn auch das Erzielen einer höheren Bandbreite nach wie vor im Vordergrund steht, so gelingt dies allerdings inzwischen nur noch auf dem Wege eines Umbaus der bestehenden Infrastrukturen. Das neue „Zauberwort“ heißt Glasfasernetze: In den letzten Jahren forciert insbesondere die Deutsche Telekom den Ausbau ihrer Glasfasernetze. Das Ziel ist ein noch höherer Datentransfer, dazu keine Einschränkungen in puncto Geschwindigkeit – so bequem und schnell soll Internetnutzung also in Zukunft sein. Moderne Technologien wie FTTN (Fibre To The Neighborhood) sollen dies ermöglichen – via Glasfaserleitung ein Transfer der Daten direkt ins eigene Haus.

DSL – flächendeckender Ausbau

Noch 2012 konnten ca. 700 Kommunen schnelles Internet nur mit einer Satellitenlösung nutzen, die sich zweifelsohne als nicht gerade preiswert erwies. Wenn auch heute die Zahl der benachteiligten Kommunen weitaus geringer sein dürfte, muss sich gegenwärtig aber immer noch ein nicht zu vernachlässigender Personenkreis mit defizitären Surfbedingungen quälen. Warum dies so ist – hierfür sind neben wirtschaftlichen auch politische Faktoren ausschlaggebend. Natürlich ist der Ausbau kabelbasierter Internetzugänge kostspielig – er rechnet sich für die Breitbandprovider nach eigener Aussage in dünn besiedelten Wohngebieten nicht. Demgegenüber wollen die Kommunen keine Kosten übernehmen, und die Länder fordern Hilfe vom Staat. An dieser Stelle ist die hohe Politik gefordert. Gemäß einer vor Jahren ins Leben gerufenen Breitbandinitiative wurde bis 2014 jedem ein Zugang mit 50Mbit/s versprochen. Doch die Realität sieht bis heute anders aus. Vermutlich wird ein solches Vorhaben ohnehin nie gänzlich zu realisieren sein – aus wirtschaftlichen und aus technischen Gründen. Keine Frage: Nicht alle Telefonleitungen sind DSL-fähig. Wenn Sie nicht ganz sicher sind, wie es um das Breitbandinternet in Ihrer Region bestellt ist, können Sie dessen Verfügbarkeit im sogenannten Breitbandatlas der Bundesregierung via Breitbandsuche ermitteln: Dazu brauchen Sie lediglich den entsprechenden Ortsnamen einzugeben, und schon erkennen Sie die aktuelle Verfügbarkeitssituation auf einer Karte.

DSL – Digitale Agenda

Das Internet soll hierzulande immer schneller werden. Dies beweist die im August 2014 vom Bundeskabinett beschlossene „Digitale Agenda“. Danach soll mega-schnelles VDSL-Internet bereits bis 2018 verfügbar sein. Gleichzeitig wird eine Erhöhung der Datensicherheit angestrebt. Vor allem die bisher weißen Flecken sollen in Zukunft stärker in den Fokus rücken. Dies bedeutet eine Bevorzugung insbesondere ländlicher Regionen beim Glasfaserausbau. Ein derartiges Procedere erscheint absolut notwendig, liegt doch der Breitband-Ausbaugrad auf dem Land bei nicht einmal 20 Prozent, während in den Städten bereits etwa 80 Prozent zu Buche schlagen. Die Downloadgeschwindigkeiten sollen bis 2018 flächendeckend bei bis zu 50 Mbit/s liegen. Bereits im Mai 2014 hatte die Deutsche Telekom bekannt gegeben, dass bis 2018 – mittels VDSL-Vectoring und Mobilfunk – Surfgeschwindigkeiten von 50 bis zu 100 Mbit/s möglich sein sollen. Die Verlegung tausender Kilometer Glasfaser ist bereits heute schon erfolgt. Auf einer Internetseite der Telekom erfahren Sie Näheres zum aktuellen Status des Breitbandausbaus. Dass der flächendeckende Ausbau Geld – viel Geld – kostet, steht außer Frage. Expertenschätzungen zufolge belaufen sich die Kosten auf mehr als 20 Milliarden Euro für den kompletten Ausbau. Dies schließt die Versorgung entlegener Regionen ebenso ein wie die Aufstockung der mageren Übertragungsraten von höchstens 16 Mbit/s im antiquierten DSL-Netz.

LTE – Alternative zu DSL

So wie DSL auf der einen Seite von sich reden macht, macht dies auf der anderen Seite LTE. LTE (Long Term Evolution) bezeichnet einen Mobilfunkstandard der vierten Generation: Downloadraten von bis zu 300 Mbit/s sind möglich. LTE fußt auf den Grundprinzipien von UMTS (Universal Mobile Communications Service). Dies hat den Vorteil, dass eine Aufrüstung von UMTS (3G-Standard) hin zu LTE-Advanced (4G-Standard) möglich ist – und dies kostengünstig. Die schnelle Datenübertragung via LTE steht deutschen Mobilfunknutzern bereits seit Ende 2010 zur Verfügung. Dazu bedarf es allerdings des entsprechenden Handynetzes genauso wie eines passenden Smartphones & Co.

Anbieter von LTE im Überblick:
  • Vodafone (Erster Anbieter von LTE im Jahr 2010)
  • Deutsch Telekom ( 04/2011)
  • O2 ( 06/2012)
  • E-Plus (03/2014)
LTE macht mobiles Surfen zum Genuss – z. B. das Betrachten hochauflösender Videos auf dem Tablet oder Handy. Die bloße Existenz von LTE ist leider nicht mit unbegrenzter Verfügbarkeit gleichzusetzen. In Deutschland ist LTE für Endkunden bisher nicht flächendeckend verfügbar – wenn auch inzwischen mehrere Tausend Regionen ausgebaut sind. Gemäß den Plänen der Marktführer in Sachen LTE ist spätestens ab Ende 2015 von einer nahezu vollständigen Versorgung auszugehen. Keine Frage: Der LTE-Technik kommt eine besondere Bedeutung zu – und dies in zweierlei Hinsicht. Zum einen soll LTE auf dem Land, wo schnelles Internet noch nicht verfügbar ist, als DSL-Ersatz fungieren. Zum anderen soll LTE für besonders leistungsfähige mobile Breitbandzugänge sowohl in Städten als auch im Umland sorgen. Lag der Schwerpunkt bis 2012 noch auf der Versorgung ländlicher Regionen mit LTE, so geht’s seitdem auch innerstädtisch mit Nachdruck voran. Bereits für 2015 soll sich LTE in etwa auf dem Niveau der gegenwärtigen UMTS-Versorgung bewegen.

LTE erweist sich nicht nur bei der mobilen Internetnutzung als Meilenstein

Auch die Realisierung stationärer Highspeedzugänge ist via LTE möglich. In diesem Fall ersetzt die 4G-Netzwerktechnik einen kabelgebundenen Breitbandzugang wie zum Beispiel DSL. Und dies ist ein großer Vorteil, bietet LTE doch gerade in Regionen, wo noch kein schnelles Internet verfügbar ist, eine hervorragende Alternative zu festnetz- beziehungsweise kabelgebundenen Internetanschlüssen. Bei aller Euphorie findet sich allerdings auch ein Argument gegen LTE: Es handelt sich um die Beschränkung des Highspeedvolumens. Dies überrascht nicht, wird im Mobilfunk doch ohnehin die volle Übertragungsrate lediglich für das im jeweiligen Tarif festgelegte Inklusivvolumen gewährleistet. Wie auch immer – bei DSL und LTE besteht nach wie vor Handlungsbedarf.
Bildquelle: Bigstock-ID: 71577031 by kenny001
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