Der Ratgeber zum Gebrauchtwagenkauf

Auf der Suche nach dem nächsten Auto stellt sich jeder die Frage: Neu oder gebraucht? Bei den meisten Menschen hier in Deutschland fällt die Wahl auf einen Gebrauchtwagen, der nicht älter als sechs Jahre ist. Auch der Ort, an welchem man das neue Auto kauft, kann genau so variieren, wie die Modellauswahl der Autos selbst. Gebrauchte Autos gibt es in Deutschland wie Sand am Meer.

Der nächste Gebrauchte kommt bestimmt (Quelle: Bigstock-ID-66884335-by-spectrumblue)

Der nächste Gebrauchte kommt bestimmt (Quelle: Bigstock-ID-66884335-by-spectrumblue)

Die Geburtsstätte des „neuen Gebrauchten“

In Deutschland kann man nahezu an jeder Ecke seinen nächsten Gebrauchtwagen kaufen. In großen bis mittelgroßen Städten findet man ausserhalb der City an fast jeder Straßenkreuzung ein sogenanntes „Auto-Eck“. Wie in jeder Branche gibt es auch im Gewerbe des Gebrauchtwagenhandels schwarze Schafe. Hier sollte man die Angebote und Seriosität im Auge behalten. Eine weitere Möglichkeit bieten die Händler, die auf Parkplätzen ihre Karten an die Autos heften. Bei diesen Händlern sollte man aber lediglich Anrufen, wenn man mit seinem nicht mehr fahrbaren Untersatz noch ein bisschen Geld machen möchte. Weiterhin sehr beliebt sind Käufe eines Gebrauchtwagens von Privatanbietern. Denn aufgrund der menschlichen Nähe spielt vor allem die gegenseitige Sympathie eine wichtige Rolle. Ist man nett, höflich und zuvorkommend, ist der Verkäufer auch gewillt, den Preis zu senken. Dies gilt natürlich für alle anderen Verkaufsorte ebenso. Doch sind Privatverkäufer meist nicht auf einen solch großen Gewinn aus wie zum Beispiel Autohäuser. Womit wir schon bei der nächsten Einkaufsmöglichkeit für einen Autokauf wären. Viele Autohäuser haben erkannt, dass sich auch mit Gebrauchtwagen jede Menge Geld verdienen lässt und bieten diesen Service nun bereits seit einigen Jahren an. Man kann zwar keine Schnäppchen schießen, da die meisten Wagen nicht älter als fünf Jahre alt sind. Dafür bekommt man meistens ein Jahr Garantie auf den Kauf – was bei Gebrauchtwagen, auch für junge Autos, oft ein gutes Extra ist. Bei kleinen Händlern, die kein markenspezifisches Autohaus führen, zahlt man für die einjährige Garantie meist extra.

 

Kleinanzeigen vs. Kaufportale

Einen wichtigen Unterschied gibt es zwischen den Anzeigen von kleinen Autohändlern und den Anzeigen von Kaufportalen im Internet. Es besteht keine Angabepflicht bei Kleinanzeigen. Allein der Verkäufer bestimmt, was der Käufer für Informationen auf den ersten Blick sehen kann, soll und darf. Als Alternative zum Straßenkauf und Kauf beim Vertragspartner bieten sich große Verkaufsseiten. Bei großen Verkaufsportalen im Internet sieht die Regelung der Angaben anders aus. Hier gibt der Betreiber der Website vor, welche Angaben der Verkäufer machen muss. So kann dem Käufer zumindest keine der wichtigsten Daten wie z.B. Baujahr und Kilometerstand vorenthalten werden. So bekommt der Käufer eine Sicherheit, die er bei Kleinanzeigen und Zeitungsannoncen nicht hat. Ob es nun ein alter Gebrauchter ist, der schon 20 Jahre auf dem Buckel hat oder ein Oberklasse-Wagen, der erst ein oder zwei Jahre alt ist. Das Internet bietet die Möglichkeit jede Vorliebe abzudecken. Sie können zum Beispiel Fahrzeuge günstig finden bei mobile.de. Aber ob Internetkauf oder Kauf beim Auto-Eck: An einer Probefahrt und persönlichen Besichtigung des neuen Alten geht kein weg dran vorbei.

 

Sich selbst Gewissheit verschaffen beim Gebrauchtwagen

Jeder Laie kann mit ein paar Tipps selbst checken, ob das Fahrzeug der Begierde keine gravierenden Mängel aufweist. Folgende Liste soll helfen, das gebrauchte Fahrzeug zu testen:

  • Stoßdämpfercheck
    Wackeln und Rütteln Sie am Auto rum. Wenn etwas quietscht, deutet dies oft auf Mängel an den Stoßdämpfern hin. Auch ein schwammiges hin und herbewegen des Autos, wenn Sie nach dem Schütteln loslassen, kann ein Hinweis auf beschädigte Stoßdämpfer sein.
  • Rost
    Checken Sie den Gebrauchten auf Roststellen. Vor allem am unteren Rand der Seitenschweller, sollten Sie überprüfen, ob der Rost sich schon durch den Lack gefressen hat. Roststellen sind der Graus jedes Autohändlers, denn damit lässt sich sehr leicht der Preis drücken. Aber bedenken Sie, dass ein 15 Jahre altes Auto in den seltensten Fällen komplett rostfrei ist.
  • Auspuff
    Weißt der Auspuff brüchige stellen auf oder kann sich vor Rost kaum noch retten, heißt das für Sie: Preis senken oder  ein anderes Auto suchen. Auch beim ersten Anlassen, sollten Sie darauf achten, was hinten aus dem Auspuff rauskommt. Viel weißer oder gar schwarzer Rauch deuten auf Motorprobleme hin.
  • Flugrost
    Checken Sie vor allem die Bremsen auf Flugrost. Diesen sieht man meist auch durch die Felgen. Flugrost kann darauf hindeuten, dass das Auto schon länger gestanden hat.
  • Profiltiefe
    Achten Sie auf jeden Fall auf die Profiltiefe. Profiltiefenmesser sind nicht teuer, eine 1-Euro-Münze tut es allerdings auch. Ist das Profil über dem goldenen Rand der Münze ist alles in Ordnung. Ist es nur knapp drüber oder grenzt am goldenen Rand, reichen die Reifen maximal noch für eine Saison. Die Profiltiefe kann auch Hinweise auf den KM-Stand geben.
  • KM-Stand vs. Innenraum
    Achten Sie gerade bei niedrigem Kilometerstand auf die Abnutzung des Innenraum. Ist das Lenkrad stark abgegriffen oder sind in der Türverkleidung massive Gebrauchsspuren, passt dies meist nicht zu einem Stand von 50.000 km. Hier sollten Sie besonders aufpassen, denn hat der Verkäufer am Tachostand herumgefuscht, ist das kein Kavaliersdelikt sondern ein echte Straftat. Finger weg!
  • Lenkradspiel
    Worauf Sie auch achten sollten ist das Lenkradspiel. Setzen Sie sich ans Lenkrad, lassen Sie die Tür auf und blicken auf den linken Vorderreifen. Bewegt sich dieser sehr verzögert zur Lenkradbewegung, kann dies auf eine kaputte oder beschädigte Spurstange oder beschädigte Querlenker hinweisen. Beides Reperaturen, die teuer sind. Und unnötig, wenn man sie durch einfache Mittel umgehen kann.
  • Motorraum
    Ein Blick unter die Motorhaube lohnt ebenfalls. Scheuen Sie sich nicht, im kalten Zustand, die Schläuche mit der Hand abzutasten. Schmierige Leitungen oder ein extrem versiffter Motorraum können auf undichte Leitungen hinweisen.

All diese Tipps, ersetzen jedoch keinen Check in einer Werkstatt auf der Hebebühne vom Fachmann. So eine Untersuchung bieten viele Werkstätten an, kostet nicht viel und sollte jeder in Anspruch nehmen, der vor hat sich in Zukunft einen Gebrauchten zu zulegen.

 

Bildquelle: Bigstock-ID: 66884335 by spectrumblue

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